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1939-1945 Die Kriegsjahre

Die Kriegsjahre. Die dunklen Wolken am politischen Himmel zogen immer drohender herauf und warfen ihre Schatten auch auf das Vereinsleben in der Gemeinde.

1939

Die dunklen Wolken am politischen Himmel zogen immer drohender herauf und warfen ihre Schatten auch auf das Vereinsleben in der Gemeinde. Mit dem Beginn des Krieges wurden schon bei der Mobilmachung die meisten der aktiven Musiker zum Wehrdienst einberufen. Die noch verbliebene Rumpfkapelle spielte immer seltener in den Proben und in der Öffentlichkeit.


1940

Immer mehr Musiker mussten nun das Instrument mit dem Spaten oder der Waffe tauschen. Die paar wenigen Spieler mussten schließlich die Tätigkeit der Kapelle ganz einstellen.


1941-1944

Der Krieg hatte immer größere und schrecklichere Ausmaße angenommen. Die meisten Mitglieder der Kapelle waren als Soldaten verstreut in allen Himmelsrichtungen auf dem europäischen Kontinent. In den seltenen, kurzen Tagen ihres Heimaturlaubs trafen sie gelegentlich noch die wenigen daheim gebliebenen Kameraden.

Briefliche Verbindungen gab es kaum über die engsten Familienangehörigen hinaus. Wenn die Gedanken in die ferne Heimat gingen, dachten sie natürlich auch mit Heimweh an ihre Musik, die für so viele Jahre verstummen musste.


1945

Schrecklich waren die Opfer, die dieser Krieg forderte. Viele wurden verwundet, manche kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. Neun Mitglieder der Steinenbronner Musikkapelle sind in Frankreich, Polen, Russland und im Reichsgebiet gefallen. Einer wurde noch in den allerletzten Kriegstagen, im April 1945, als vermisst gemeldet. Unter den Gefallenen war auch der erste Dirigent der Kapelle, Richard Fick, der die Musikkapelle von den ersten Anfängen an betreut und zu ihren ersten schönen Erfolgen geführt hat.


Aber auch die Heimat wurde vom Krieg nicht verschont:
nach zahlreichen kleineren Alarmen und Angriffen von feindlichen Bombern fand am 15. März 1944 der große Fliegerangriff auf Steinenbronn statt, bei dem auch viele Angehörige und Familien der Mitglieder der Kapelle schwere Schäden an Hab und Gut erlitten.
Als der Krieg zu Ende war, atmete die Bevölkerung auf, wohl wissend, dass die Zeit danach weiterhin Not und Entbehrung bringen werde. Bald kamen auch die ersten Soldaten aus der Gefangenschaft zurück. Auch die Mitglieder der Feuerwehr und der Musikkapelle fanden sich wieder zusammen.
Schon im Herbst 1945, als die Freiwillige Feuerwehr neu organisiert wurde, stand fest, dass auch die ihr angegliederte Musikkapelle in ihrer bisherigen Form weitergeführt werde.
Dirigent und Leiter der Kapelle war Otto Eppel, der dabei von Otto Zeeb tatkräftig unterstützt wurde.
Zu den inzwischen heimgekehrten früheren Musikern Paul Wacker, Wilhelm Fischer, Wilhelm Elsäßer, Ernst Gräther und Otto Stierle kamen viele jugendliche Musikfreunde neu hinzu, so dass Otto Eppel noch im November 1945 wieder mit den Proben beginnen konnte. Diese fanden jetzt im Gasthaus „Zum Lamm" statt. Am Heiligen Abend brachte die Kapelle dem Heimkehrer Gottlieb Maier ein Ständchen und trat damit erstmals wieder an die Öffentlichkeit.